© 2017 Kultur- und Theaterverein e.V. Alle Rechte vorbehalten.
Kultur- und Theaterverein Jandelsbrunn e.V.  Wir sind Mitglied im Verband Bayerischer Amateurtheater e. V. Paul-Friedl-Abend weiter weiter zurück zurück
Musikalische Gestaltung  Michael Stockmaier, Ursula Bauer, Lisbeth Weiß
1. Spielszene: Taufe     Mundl Angerer, Max Duschl, Werner Waldbach, Felix und Gerhard Wilhelm
2. Spielszene: Dorfratschen     Tanja Eisner, Olga Kremsreiter, Lisa Spindler, Lisbeth Weiß, Anna und Gabi Wilhelm
3. Spielszene: Hiasl in Windberg    Hans Grimbs, Andy Hackl, Markus Kinninger, Helga Lorenz, Werner Waldbach
4. Spielszene: Der Mensch von Gaisried     Gerhard Wilhelm, Lisa Spindler, Werner Waldbach
5. Spielszene: Unschuldig im Irrenhaus     Mundl Angerer, Tanja Eisner, Hans Grimbs, Walter Kremsreiter, Helga Lorenz, Werner Waldbach, Lisbeth Weiß
6. Spielszene: Die Wette     Mundl Angerer, Max Duschl, Tanja Eisner, Hans Grimbs, Olga Kremsreiter, Markus Kinninger, Walter Kremsreiter,     Lisa Spindler, Gaby Wilhelm, Gerhard Wilhelm
Wer ist Paul Friedl - wer ist der „Baumsteftenlenz"? (nach Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier im Nachruf auf Paul Friedl) Paul Friedl wurde 1902 in Pronfelden bei Spiegelau geboren und er verstarb 1989 in Zwiesel. Dem breiten Publikum wurde er bekannt unter dem Namen Baumsteftenlenz. Da die Zeit nicht gerade geeignet war,  junge Talente in unserem heutigen Sinne zu fördern, übte er in seinem langen Leben viele Berufe aus. Er war Holzschnitzer, arbeitete beim Bahnbau und in der Landwirtschaft, bis er schließlich hauptberuflich Musiker, Sänger, Erzähler und freiberuflicher Schriftsteller wurde. Mit einem modernen Ausdruck kann man ihn mit Fug und Recht als Selfmademan bezeichnen. Eine lange Reihe von Ehrungen, darunter das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, der Preis der Schiller-Stiftung, die Silbermedaille der Deutschen Akademie und sogar der Poetentaler der Münchner Turmschreiber bezeugen, wie bekannt und beliebt der Baumsteftenlenz weit über die Grenzen seiner engeren Heimat hinaus war. Neben einigen Theaterstücken für sein eigenes Bauerntheater (bei dem viele Mitglieder seiner großen Familie mitwirkten) schrieb er 30 Romane und über 200 Kurzgeschichten. Paul Friedl war dabei immer bemüht, die Form der Volkserzählung zu erhalten und dabei die volkstümliche, mundartliche Aussage in die Schriftsprache umzusetzen. Man würde aber Paul Friedl in keiner Weise gerecht werden, wollte man nur sein schriftstellerisches Werk würdigen. Es sind ja ungezählte Lieder, die nur durch seine Sammlung überleben konnten und er selbst erfand viele lustige und auch ernste Lieder, die sich in den Reigen der überlieferten Gesänge gut einfügen. Deshalb war es für uns von Anfang an klar, dass wir auch den Volksmusiker Baum-steftenlenz in das Programm aufnehmen müssen. Unser Problem dabei war aber, dass wir eine Theatergruppe und keine Musikgruppe sind. Deshalb sind wir Michael Stockmaler und Ursula Bauer besonders dankbar, dass sie spontan bereit waren, die musikalische Seite des Abends zu überneh-men, verstärkt durch Lisbeth Weiß, die nun auf beiden Bühnen agiert. Paul Friedl ist nun der dritte „Heimatdichter", dem wir eine eigene Hommage widmen, nach Emerenz Meier und Max Peinkofer. Vielleicht hat auch Paul Friedl postum Glück, dass wir den richtigen Riecher hatten. Als wir nämlich 2001 das Werk der Emerenz Meier aufnahmen, sprach so gut wie keiner von ihr und nun sind Emerenz-Meier- Lesungen und sonstige Veranstaltungen keine Rarität mehr. Vielleicht also ist die Zeit jetzt auch wieder reif für den Baumsteftenlenz - wir würden es ihm gerne gönnen. Aus seinem umfangreichen schriftstellerischen Werk bringen wir 6 Szenen zur Aufführung. Im Mittelpunkt des ersten Teils steht dabei der Roman „Mühlhiasl der Waldprophet". Im zweiten Teil werden lustige Erzählungen aus den Sammlungen „Die Leute vom Bayerischen Wald" und „Heiterer Himmel über dem Waldgebirg" in Szenen umgesetzt.